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Prora
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Prora ist ein Ortsteil der Gemeinde Binz auf RĂŒgen. Er liegt direkt an der OstseekĂŒste im Zentrum der Prorer Wiek und ging aus dem zwischen 1936 und 1939 gebauten, jedoch unvollendet gebliebenen KdF-Seebad RĂŒgen hervor. Im Komplex sollten durch die Organisation Kraft durch Freude (KdF) 20.000 Menschen gleichzeitig Urlaub machen können. Der Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 verhinderte die Fertigstellung als Seebad. Stattdessen wurde Prora nach dem Krieg zu einer Kaserne der Nationalen Volksarmee (NVA), untrennbar verknĂŒpft mit der Entwicklung der DDR – von der verdeckten AufrĂŒstung seit 1949 bis zur Friedlichen Revolution im Jahr 1989.cite-ref-1[1] Der Name leitet sich von der Prora ab, einer bewaldeten HĂŒgelkette im sĂŒdlichen Teil der Schmalen Heide.

Der „Koloss von RĂŒgen“ ist der Kern des Komplexes und bestand aus ursprĂŒnglich acht auf einer LĂ€nge von 4,5 Kilometern entlang der Prorer Wiek aneinandergereihten baugleichen Blöcken. Drei Blöcke wurden zwischen 1945 und 1949 bis auf wenige Segmente zerstört. Es verblieben fĂŒnf Blöcke auf einer LĂ€nge von etwa 2,5 Kilometern, die um 1950 unter den Vorzeichen des „Kalten Krieges“ zur „monumentalsten Kasernenanlage der DDR“cite-ref-0-2-0[2] um- und ausgebaut wurden. Über vier Jahrzehnte hinweg wurde das GelĂ€nde militĂ€risch genutzt. Prora wurde zum Sperrgebiet.

Nach 1990 wickelte die Bundeswehr den MilitĂ€rstandort ab. Nach anfĂ€nglicher ziviler Zwischennutzung verfiel ein Großteil der ehemaligen Kasernen. Seit 2004 werden die Blöcke einzeln verĂ€ußert und zu Wohn- und Hotelanlagen umgestaltet.cite-ref-3[3] Die Nachkriegs- und DDR-Geschichte des Ortes spielte in der offiziellen Erinnerungskultur nach 1990 zunĂ€chst kaum eine Rolle.cite-ref-4[4]cite-ref-5[5]cite-ref-6[6] Seit 2008 wird sie gemeinsam mit jener des geplanten KdF-Bades aufgearbeitet.cite-ref-7[7]

Im Jahr 2013 wurde westlich des Seebad-Komplexes am historischen Forsthaus Prora das Naturerbe-Zentrum RĂŒgen mit Aussichtsturm eröffnet. Der wachsende Urlaubsort erhielt am 17. August 2018 offiziell das PrĂ€dikat als „staatlich anerkannter Erholungsort“ und strebt die Ernennung zum „Ostseebad“ an.cite-ref-8[8]

Contents

‱ Lage
‱ Geschichte
‱ Bau
‱ Seit 1990
‱ Sonstiges
‱ Literatur
‱ Siehe auch
‱ Weblinks

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Lage

Prora liegt auf der Ostseeinsel RĂŒgen zwischen den Orten Sassnitz und Binz an der Prorer Wiek, einer weitlĂ€ufigen Meeresbucht, auf der sogenannten Schmalen Heide (mit der Prora, einer bewaldeten HĂŒgelkette), die den Kleinen Jasmunder Bodden von der Prorer Wiek und der Ostsee trennt. Die KĂŒste der Schmalen Heide bildet einen langen, flachen Sandstrand, der von Binz bis zum neuen FĂ€hrhafen Sassnitz im Ortsteil Neu Mukran reicht. Der Bereich zwischen GebĂ€uden und KĂŒste ist mit Kiefern und niedrigem GebĂŒsch bewachsen.

Architektur und Konzeption

Der Auftrag zur Errichtung des Seebades wurde nach einer Ausschreibung im Februar 1936 an den Architekten Clemens Klotz (1886–1969) erteilt. Zwar waren insgesamt zehn Architekten an dem Verfahren beteiligt, allerdings hatte Klotz bereits andere nationalsozialistische Propagandabauten errichtet und im Auftrag seines Förderers, des KdF-FĂŒhrers Robert Ley, bereits im Vorfeld fĂŒr diese Anlage PlĂ€ne entwickelt. Sie wurden nach dem Wettbewerb auf Weisung Hitlers nur dahingehend modifiziert, dass aus dem Entwurf des Architekten Erich zu Putlitz die große Festhalle als weiteres zentrales Element ĂŒbernommen und architektonisch angepasst wurde. Der Gesamtentwurf wurde auf der Weltfachausstellung Paris 1937 mit einem Grand Prix ausgezeichnet. Er wurde wĂ€hrend der BauausfĂŒhrung bis 1939 noch verĂ€ndert; zum Beispiel verzichtete man auf die genannte Festhalle.

Die Planungen sahen vor, fĂŒr die Unterbringung der Urlauber acht jeweils 550 Meter lange, sechsgeschossige, völlig gleichartige HĂ€userblocks mit insgesamt 10.000 GĂ€stezimmern zu errichten. Durch diese langgestreckte, ĂŒber etwa fĂŒnf Kilometer entlang der KĂŒstenlinie reichende Bauweise sollte erreicht werden, dass alle Zimmer Meerblick hatten, wĂ€hrend die Flure zur Landseite hin gelegen waren. Die geplante Ausstattung der nur 2,25 m × 4,75 m großen Zimmer, von denen jeweils zwei mittels einer TĂŒr verbunden werden konnten, war an heutigen MaßstĂ€ben gemessen recht karg: zwei Betten, eine Sitzecke, ein Schrank und ein Handwaschbecken. Weitere sanitĂ€re Einrichtungen fanden sich jeweils in den landwĂ€rts gerichteten TreppenhĂ€usern der Blocks. Alle GĂ€stezimmer sollten ĂŒber Lautsprecher verfĂŒgen.

Aus der UniformitĂ€t der Architektur der GĂ€steblocks und der sehr zweckmĂ€ĂŸigen Einrichtung, die zusammengenommen eine Errichtung nach dem Baukastenprinzip erlaubten, wird deutlich, dass hier, anders als bei anderen nationalsozialistischen Großprojekten, zumindest in diesem Teil der Anlage die FunktionalitĂ€t ĂŒber die Architektur gestellt wurde.

Das Leben in der Ferienanlage sollte, dem totalitĂ€ren Anspruch des Systems folgend, in der Gemeinschaft stattfinden. Zu diesem Zweck waren GemeinschaftshĂ€user mit Gastronomie- und WirtschaftsrĂ€umen sowie Kegelbahnen und LeserĂ€umen geplant, die in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden „wellenbrecherartig“ kĂŒstenwĂ€rts aus der HĂ€userfront herausragen sollten. Offene, beheizbare Liegehallen innerhalb der Bettentrakte sollten den Urlaub vom Wetter unabhĂ€ngiger machen.cite-ref-9[9] Als weitere Gemeinschaftseinrichtungen sollten unter anderem zwei WellenschwimmbĂ€der, ein Kino und mehrere Gastronomiebetriebe errichtet werden. Weitere zentrale Elemente der Anlage waren der in der Mitte zwischen den Blocks geplante Aufmarschplatz und die Kaianlagen, die ein Anlegen von kleinen Booten ermöglichen sollten. SeebĂ€derschiffe können entgegen einigen Propagandazeichnungen die flache Prorer Wiek nicht befahren. Parallel zu den Anlagen fĂŒr die Urlauber musste die komplette Infrastruktur fĂŒr eine derartige Anzahl Menschen aufgebaut werden. LandeinwĂ€rts wurden zu diesem Zweck ein Bahnhof, Personal- und WirtschaftsgebĂ€ude geplant und auch zum Teil realisiert.

Von der ursprĂŒnglichen Planung der Hauptanlage konnten bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges nur die BettenhĂ€user und die sĂŒdliche Festplatzrandbebauung fertiggestellt werden, und auch diese nur im Rohbau. Baudirektor und Oberbauleiter war Willi Heidrich. Nach dem Krieg wurde der sĂŒdlichste Block, der nicht ĂŒber alle geplanten Etagen verfĂŒgte, jedoch zum Kriegsende hin fĂŒr Umsiedler ausgebaut worden war, von der Roten Armee gesprengt und abgetragen. Die beiden nördlichen Blocks wurden nach Sprengungen als Ruine hinterlassen. Auch an den ĂŒbrigen Blöcken wurde Material massiv abgebrochen, das teilweise fĂŒr Eigenheime vor Ort verwendet wurde. Um 1950 waren bis zu 19.000 Helfer, darunter die Kasernierte Volkspolizei, am Umbau der „KdF-Ruinen“ beteiligt. „Von GebĂ€uden konnte genau genommen keine Rede sein, es waren ja nur die halbfertigen und die gesprengten Blöcke“.cite-ref-10[10] Unter Beibehaltung der Konturen der geplanten Betten- und TreppenhĂ€user, allerdings unter Ausmauerung der geplanten Liegehallen und verĂ€nderter rĂ€umlicher Innenausstattung, wurden die Blöcke wieder aufgemauert und das spĂ€tere Kasernenantlitz geschaffen. „Der Ausbau in den 50er Jahren erfolgte einfach und in keiner Weise nach den ursprĂŒnglichen PlĂ€nen. Der ursprĂŒngliche Entwurf, der ja auch nur unvollstĂ€ndig realisiert worden war, kann in den verbliebenen Resten kaum noch erkannt werden.“cite-ref-11[11] Bis 1956 waren die zum Teil zerstörten Rohbauten von fĂŒnf Blöcken komplettiert. Der geplante Theaterbau an Block III wurde zu einer Festhalle (dem spĂ€teren „Haus der Armee“) umgestaltet. Wie DDR-Zeitzeugen berichten, hatten die abgeschirmten, spĂ€ter graubraun verputzten Kasernengroßbauten sie tief beeindruckt und zum Teil das FĂŒrchten gelehrt. „Welche Macht muss ‚die Partei‘ (Anmerkung: die SED) doch haben, so fĂŒhlte ich“, schreibt ein ehemaliger Unteroffizier.cite-ref-12[12] Manche Parole aus den 1950er Jahren kam wĂ€hrend der Entkernung wieder zum Vorschein, etwa: „FDJ’ler! ErfĂŒllt den Schwur der III. Weltfestspiele der Jugend! Seid standhafte Patrioten.“ Die weißen Lettern auf rotem Grund verschwanden abermals unter Putz, nun unter dem der heutigen HĂ€user Verando und Flora (Block II).cite-ref-13[13]

Heute steht der gesamte Komplex unter Denkmalschutz. GeschĂŒtzt wird de facto allerdings lediglich das unvollendete KdF-Modell, sodass die tatsĂ€chliche Nutzungsgeschichte durch die NVA unberĂŒcksichtigt bleibt. Dies wurde von Historiker Stefan Wolter maßgeblich kritisiertcite-ref-wolter-2014-08-10-14-0[14]cite-ref-0-2-1[2], woraufhin die Nutzungsgeschichte bei der Sanierung des Blocks V stĂ€rkere Beachtung finden soll – insbesondere im Bereich des darin geplanten Bildungszentrums.cite-ref-15[15]

Geschichte

Bau

Die fĂŒr das Seebad RĂŒgen benötigten FlĂ€chen erwarb die KdF-Organisation bereits 1935 von Malte zu Putbus. Die Grundsteinlegung erfolgte am 2. Mai 1936, obwohl zu diesem Zeitpunkt die Ausschreibung fĂŒr das Bauvorhaben noch lief. Der Termin war aber bewusst so frĂŒh gewĂ€hlt worden, weil es sich um den symboltrĂ€chtigen dritten Jahrestag der Gewerkschaftszerschlagung handelte. Die eigentlichen Arbeiten begannen erst ein halbes Jahr spĂ€ter.

Von 1936 bis 1939 wurden die acht GĂ€steblöcke errichtet. Neun renommierte Baufirmen (Philipp Holzmann, Hochtief, Dyckerhoff & Widmann, Siemens-Bauunion, Boswau & Knauer, DEUBAU, Sager & Woerner, Polensky & Zöllner, Beton- und Monierbau) waren an den Bauarbeiten beteiligt. Es arbeiteten zeitweise 9000 Bauarbeiter am KdF-Seebad RĂŒgen. Außer der Firma Sager & Woerner (Bau der Kaianlage) errichteten alle anderen beteiligten Baufirmen jeweils einen Block, es entwickelte sich dabei eine Art Wettbewerb um die schnellste Bauleistung.

Damals fanden die Bauarbeiten internationale Beachtung. So wurde bei der Weltausstellung 1937 in Paris ein Modell des Seebades Prora mit einem Grand Prix ausgezeichnet.cite-ref-16[16] Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich ab, dass die von DAF-Chef Robert Ley vorgegebene Kostengrenze in Höhe von 50 Millionen Reichsmark (40 Mio. Mark Baukosten und 10 Mio. Mark Ausstattung) deutlich ĂŒberschritten werden wĂŒrde. Eine von der KdF-Bauleitung 1938 erstellte „Kostenzusammenstellung zum Neubau des KdF-Seebades RĂŒgen“ bezifferte die Baukosten auf 237,5 Millionen Mark (kaufkraftbereinigt in heutiger WĂ€hrung: rund 1,25 Milliarden Euro).cite-ref-ndr-113-17-0[17]

Bei Kriegsbeginn 1939 wurden die Bauarbeiten weitgehend gestoppt. Mit Ausnahme eines Blocks waren die acht Wohnblöcke, die sĂŒdliche Festplatzrandbebauung und die Kaianlage bereits im Rohbau fertiggestellt, nicht jedoch die SchwimmbĂ€der, die Festhalle und weite Teile der WirtschaftsgebĂ€ude. Sie wurden niemals verwirklicht. An den Rohbauten wurden noch die nötigsten Sicherungsarbeiten durchgefĂŒhrt, dann wurden die BautĂ€tigkeiten endgĂŒltig eingestellt. Das angelieferte Baumaterial verblieb am Ort, was auf eine geplante Wiederaufnahme der Arbeiten nach Kriegsende schließen lĂ€sst. Sie erfolgte wenige Jahre spĂ€ter unter den völlig verĂ€nderten Vorzeichen des Kalten Krieges, indem aus den inzwischen weithin demontierten und geplĂŒnderten Rohbauten fĂŒnf Blöcke zu einer Großkaserne fĂŒr das DDR-MilitĂ€r wieder aufgemauert wurden. Diese zweite Bauphase prĂ€gte das Antlitz der Großbauten bis zum Jahr 2010, als mit dem Bau einer Jugendherberge damit begonnen wurde, das Seebad zu vollenden.cite-ref-wolter-2014-08-10-14-1[14]cite-ref-18[18]

1939 bis 1945

Im Krieg diente ein Teil der spĂ€teren WohnhĂ€user der Anlage als AusbildungsstĂ€tte fĂŒr Luftwaffenhelferinnen und ein Polizeibataillon. Die Rohbau-Blöcke des Kolosses an sich blieben unbewohnbar. 1943 wurden Teile des sĂŒdlichen Blocks ausgebaut, um Ersatzquartiere fĂŒr im Rahmen der Operation Gomorrha ausgebombte Hamburger zu schaffen. Ab 1944 unterhielt die Wehrmacht in Prora ein kleines Lazarett. Gegen Ende des Krieges fanden auch FlĂŒchtlinge aus den Ostgebieten in Prora eine Bleibe, wiederum zumeist in den spĂ€teren WohnhĂ€usern.

1945 bis 1990

Als ab Mai 1945 die Sowjetunion RĂŒgen ĂŒbernahm, wurde die Anlage zunĂ€chst zur Internierung von Großgrundbesitzern und weiterhin zur Unterbringung von Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten genutzt. Teile der Anlagen wurden fĂŒr den Abtransport als Kriegsreparationen demontiert. Zwischen 1948 und 1953 wurde das GelĂ€nde von der Sowjetarmee genutzt, die den sĂŒdlichsten Rohbau sprengte und abtrug. An den beiden nördlichsten HĂ€userblocks wurden ebenfalls massive Sprengungen durchgefĂŒhrt. Vom vorletzten Block blieb ein Segment, vom letzten Block blieb etwa die HĂ€lfte stark beschĂ€digt stehen. Dieser zeigt zum Teil noch heute den Zustand der Rohbauten vor ihrer Komplettierung zur Kaserne um 1950. Die sowjetische 13. PanzerjĂ€ger-Brigade war dort stationiert.

In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die kĂŒnftige Nutzung des Komplexes noch öffentlich diskutiert. Vorgeschlagen wurde dabei der weitere Ausbau zu einem Erholungsort. „Wenn man bedenkt, daß fĂŒr diese Bauten Arbeitergelder von etwa 60 Millionen Mark aufgewendet wurden, kann es wohl kaum ein anderes Ziel geben, als diese Badeanlage fĂŒr die WerktĂ€tigen weiter auszubauen“, hieß es in einem Pressebericht. Auch die Nutzung als Industriegebiet wurde diskutiert.cite-ref-19[19] Bald darauf wurde aber der militĂ€rische Ausbau der Anlage beschlossen. Nachdem AnsprĂŒche des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) auf die Anlage abgelehnt worden waren, gab es in Prora bereits 1949 eine Infanterieschule fĂŒr knapp 1000 Mann. 1950 ging daraus eine kasernierte Polizeibereitschaft hervor, die in die 1952 gegrĂŒndete Kasernierte Volkspolizei integriert wurde. Aus ihr ging 1956 die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR hervor. Prora beherbergte erstmals in seiner Geschichte rund 10.000 Mann. Das Gebiet um die Prora-Blöcke wurde um 1950 zum Sperrgebiet erklĂ€rt. Zeitweilig waren bis zu 19.000 Menschen am Wiederaufbau von fĂŒnf Blöcken des weithin demontierten Seebades befasst. Bis 1956 wurden die KdF-Ruinen im Wesentlichen zu Kasernen umgebaut. Erst jetzt erhielten die Blöcke Zimmer, TĂŒren, Fenster, Installationen, SanitĂ€reinrichtungen und den bis heute noch an einigen unsanierten GebĂ€uden sichtbaren grauen Rauputz.

ZunĂ€chst waren in Prora Ausbildungseinrichtungen, spĂ€ter militĂ€rische KampfverbĂ€nde stationiert, obwohl auf einer Insel strategisch fragwĂŒrdig. Darunter war das zur Absicherung des Mauerbaus in Berlin mit herangezogene Motorisierte SchĂŒtzenregiment 29 (MSR-29). Ab 1960 (zunĂ€chst getarnt, erst ab 1962 offiziell) bis 1982 war in Block V am Standort der heutigen Jugendherberge Prora das Luftsturmregiment 40, ein Eliteverband der LandstreitkrĂ€fte der NVA, disloziert. 1968 wurde auch eine Ausbildungseinrichtung der Volksmarine – die Außenstelle der Schiffstammabteilung (Stralsund/DĂ€nholm) – nach Prora in Block III verlegt.

Ab Ende der 1970er Jahre dienten die Kasernen in der Hauptsache der militĂ€rischen Ausbildung. Im Block V wurden ab November 1982 Baueinheiten, die beim Bau des FĂ€hrhafens Mukran eingesetzt wurden, stationiert.cite-ref-20[20] Unmittelbar neben ihnen, im sĂŒdlichen Abschnitt von Block V, war eines der grĂ¶ĂŸten Reserveausbildungsregimente der DDR stationiert. Im benachbarten Block IV wurden ab 1981 Soldaten aus politisch befreundeten EntwicklungslĂ€ndern wie Äthiopien und Mosambik in der Offiziershochschule fĂŒr auslĂ€ndische MilitĂ€rkader „Otto Winzer“ gegen Devisen ausgebildet. In Prora-Ost befand sich die MilitĂ€rtechnische Schule „Erich Habersaath“ der NVA. Der sĂŒdliche Teil der Anlage (heute: Block I) stand Angehörigen von NVA und Grenztruppen als Erholungsheim, Campingplatz, Kinderferienlager und Ferienort zur VerfĂŒgung.

Seit 1990

Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 ĂŒbernahm die Bundeswehr den Komplex, stellte die Nutzung Ende 1992 ein und verließ Prora. Seit Anfang 1993 ist die Anlage öffentlich zugĂ€nglich. 1994 wurde der Komplex als eine der grĂ¶ĂŸten Hinterlassenschaften des NSDAP-Regimes unter Denkmalschutz gestellt. Da es der Bundesvermögensverwaltung zunĂ€chst nicht gelang, die unter Denkmalschutz stehenden Bauten zu verkaufen, wurden an weiten Teilen der Anlage nur die unbedingt erforderlichen Sicherungsmaßnahmen durchgefĂŒhrt. Eine Ausnahme hiervon bildete zunĂ€chst nur der Block 3, Prora Mitte, der die Museumsmeile Prora mit einem KdF-Museum (Museum Prora), Museum der NVA, RĂŒgen-Museum und diversen Sonderausstellungen, die Bildergalerie RĂŒgenfreunde und ein Wiener Kaffeehaus beherbergt. Ein von Joachim Wernicke betriebenes „Museum zum Anfassen“ wurde 2004 geschlossen, ebenso das dort ansĂ€ssige Boxsportmuseum. Zwischen 1993 und 1999 befand sich hier die grĂ¶ĂŸte Jugendherberge Europas, ab 2002 das One World Camp Youth Hostel. Im Jahr 2011 wurde eine neue Jugendherberge im nördlichsten Teil des Komplexes (Block V) eröffnet.

Dokumentationszentren

In der sĂŒdlichen Festplatzrandbebauung, neben dem – einst als Theater geplanten – ehemaligen Haus der NVA, befindet sich seit 2000 das Dokumentationszentrum Prora, nachdem insbesondere der Berliner Stadtplaner JĂŒrgen Rostock seit 1990 auf diese Einrichtung zur KdF-Geschichte hingewirkt hatte. Bis zum Jahr 2012 von der „Stiftung Neue Kultur“ betrieben, befindet es sich heute in gemeinnĂŒtziger VereinstrĂ€gerschaft. Neben Sonderausstellungen wird unter anderem die Dauerausstellung „MACHTUrlaub – Das KdF-Seebad RĂŒgen und die deutsche Volksgemeinschaft“ gezeigt, in der vor allem die Planungs- und frĂŒhe Baugeschichte der Anlage dokumentiert wird. Thematisiert werden dabei sowohl die HintergrĂŒnde des Projekts als auch seine Verwendung durch die nationalsozialistische Propaganda. Zahlreiche Symposien befassten sich zudem mit der Zukunft des Ortes. Ziel war die Verankerung des „KdF-Bades“ als Denkmal zur Sozial- und Baugeschichte des Dritten Reiches und eine Mischnutzung desselben durch Gewerbe, Kunst, Kultur und Wohnen. Außerdem organisiert das Dokumentationszentrum Prora seit 2001 jĂ€hrlich eine Begegnungswoche von ehemaligen auf RĂŒgen (kaum in Prora) eingesetzten polnischen Zwangsarbeitern mit SchĂŒlern aus Mecklenburg-Vorpommern und ist in der Bildungsarbeit aktiv.cite-ref-21[21] Der Vorsitzende des Dokumentationszentrums Prora war bis 2014 der Historiker, Publizist und Rabbiner Andreas Nachama. Zum wissenschaftlichen Beirat des Dokumentationszentrums gehören unter anderem der Architekturhistoriker Wolfgang SchĂ€che, der Politikwissenschaftler Johannes Tuchel und die Zeithistoriker Peter Steinbach, Wolfgang Benz und Hans-Ulrich Thamer.cite-ref-22[22]

2001 grĂŒndeten Historiker des Dokumentationszentrums unter FederfĂŒhrung der damaligen LandrĂ€tin Kerstin Kassner und unterstĂŒtzt durch die Landesfachstelle Politische Memoriale Mecklenburg-Vorpommern den konkurrierenden Verein Prora-Zentrum. 2007 bezog das PRORA-ZENTRUM Bildung – Dokumentation – Forschung einen provisorischen Workshop- und Ausstellungsraum bei der heutigen Jugendherberge (Block V), wo es historisch-politische Bildungsarbeit betreibt, Ausstellungen zeigt und RundgĂ€nge durch das historische GelĂ€nde veranstaltet. Getragen durch den Verein sollte 2011 eine Bildungs- und BegegnungsstĂ€tte in der ehemaligen Kaserne eröffnet werden, wobei das Auswahlverfahren zugunsten des Vereins umstritten war.cite-ref-23[23] Seither widmet sich Prora-Zentrum auch der DDR-Geschichte, so etwa einer Ausstellung zu den Proraer Bausoldaten.cite-ref-24[24]cite-ref-25[25] Das geplante Bildungszentrum kam bislang nicht zustande, seit 2016 betreibt der Verein seine Ausstellung im ehemaligen WachgebĂ€ude vor Block V und den auf Betreiben der Initiative Denk-MAL-Prora unter Denkmalschutz gestellten letzten Arrestzellen aus der Zeit des MilitĂ€rstandortes. Mittlerweile ist auch Block V, unter Maßgabe der Schaffung einer Gedenk- und BildungsstĂ€tte, zur Privatisierung vom Kreistag freigegeben.cite-ref-26[26] Anfang April 2024 meldete der Verein Prora-Zentrum Insolvenz an.cite-ref-27[27]

VerkÀufe, Neunutzung

Seit 2004 wurden weitere Blöcke der Anlage einzeln verĂ€ußert, so auch mehrere an Ulrich Busch, dem zum Groß-Immobilienbesitzer gewordenen Sohn des Schauspielers Ernst Busch.cite-ref-28[28] Am 23. September 2004 wurde Block VI fĂŒr 625.000 Euro an einen unbekannten Ersteigerer verĂ€ußert. Block III, die ehemalige Museumsmeile, wurde am 23. Februar 2005 an die Inselbogen GmbH verkauft, die in der Folgezeit den Betreibern der dort ansĂ€ssigen Museen kĂŒndigte und eine Nutzung als Hotel- und Kulturbetrieb ankĂŒndigte. Im Oktober 2006 wurden die Blöcke I und II an die Prora Projektentwicklungs GmbH in Binz verĂ€ußert. Diese hatte Block I schon im Vorfeld an den österreichischen Investor Johann Christian Haas verkauft, der die finanziellen Mittel bereitstellte. Der Bebauungsplan wurde gemeinsam entwickelt. Die PlĂ€ne der neuen EigentĂŒmer sahen in den beiden Blöcken sĂŒdlich der jetzigen Museumsmeile vor allem Wohnungen vor. FĂŒr das Erdgeschoss war eine Mischung aus Kultur, Kunst, Gastronomie, Kleingewerbe und Einkaufsmöglichkeiten geplant. Nach Abschluss der Planungen und Erreichung der Planungssicherheit verkaufte Haas Block I erneut. Bei einer Auktion am 31. MĂ€rz 2012 wurde die Immobilie von einem Berliner Investor fĂŒr 2,75 Millionen Euro erworben.cite-ref-29[29]

Im November 2006 hat die Bundesanstalt fĂŒr Immobilienaufgaben mit dem Landkreis RĂŒgen einen Kaufvertrag ĂŒber Block V abgeschlossen. Der Landkreis RĂŒgen beabsichtigte in Block V mit finanzieller UnterstĂŒtzung von Bund, dem Land Mecklenburg-Vorpommern und der EU die Errichtung einer Jugendherberge mit ca. 400 Betten fĂŒr das DJH. Ein internationaler Jugendzeltplatz mit 250 PlĂ€tzen ist im September 2007 geöffnet worden.cite-ref-30[30]cite-ref-31[31]

Am 15. MĂ€rz 2008 eröffnete auf dem 3,7 Hektar großen KĂŒstenwald-Areal des Komplexes ein Hochseilgarten. Insgesamt wurden 460.000 Euro in den Bau der neuen Sportanlage investiert.

Im nördlichen Teil des Komplexes (Block V) wurde in fĂŒnf aneinandergrenzenden GebĂ€udeteilen im Juli 2011 die schon lange geplante große Jugendherberge mit 402 Betten in 96 Zimmern eröffnetcite-ref-32[32] und im November 2011 wurde der letzte von fĂŒnf Blöcken durch die Bundesanstalt fĂŒr Immobilienaufgaben an einen privaten deutschen Investor verkauft.cite-ref-33[33]

Im September 2016 wurde in einem BĂŒrgerentscheid in der Gemeinde Binz der Bau eines 104 Meter hohen Wohnturms mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Ein privater Investor wollte hinter den Bauten des Seebads mit dem BĂŒcherturm Binz genannten Projekt das höchste Haus der Insel RĂŒgen errichten. Kritiker hatten eine Verschandlung des Ortsbildes und Nachahmungseffekte in anderen Teilen der Insel befĂŒrchtet.cite-ref-34[34]cite-ref-35[35]

Das die Sanierung ausfĂŒhrende Unternehmen, die „Wohnen in Prora Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG“, eine Tochterfirma des Unternehmens „Irisgerd“, hat im August 2018, als bei weitgehender Fertigstellung das Bankdarlehen nicht verlĂ€ngert wurde, den vorlĂ€ufigen Insolvenzantrag gestellt.cite-ref-36[36]

Initiative Denk-MAL-Prora

Angeregt durch die Publikation Hinterm Horizont allein – Der Prinz von Proracite-ref-37[37] grĂŒndete sich im Jahr 2008 um den Berliner Historiker und Buchautor Stefan Wolter die Initiative Denk-MAL-Prora. Ziel war es, die Nutzungsgeschichte des einst grĂ¶ĂŸten Kasernenstandortes der DDR ins Bewusstsein zurĂŒckzurufen.cite-ref-38[38]cite-ref-zeit-inh-dr2-wolter-pdf-39-0[39] Infolge der Anbringung einer Gedenktafelcite-ref-40[40] und denkmalpflegerischen Unterschutzstellungen im Sinne der „doppelten Vergangenheit“, darunter das Ensemble der einstigen Wache vor Block IV mitsamt dem Denkmal von Otto Winzer, dem Namensgeber der Hochschule der NVA fĂŒr auslĂ€ndische Offiziere,cite-ref-41[41]cite-ref-42[42] hat sie die Sichtweise auf die Anlage maßgeblich verĂ€ndert.cite-ref-43[43]cite-ref-44[44] 2011–2014 dokumentierte die Schriftenreihe Denk-MAL-Proracite-ref-45[45] die AnnĂ€herung an die mit Repression und Opposition verbundene Ausbau- und Nutzungsgeschichte des Ortes, welche weithin aus dem Blickfeld geraten war. Darin wird beklagt, dass die Jugendherberge Prora nach wie vor frei von der Nutzungsgeschichte des Ortes gehalten wird. An die Aufarbeitungen und Dokumentationen in der Reihe wird mittlerweile vielfach angeknĂŒpft. So entstand im Anschluss an die „Geheime Aufzeichnungen eines Bausoldaten in Prora“ (Schriftenreihe Band 2) die erste Fernsehproduktion zur doppelten Geschichte des Kolosses Prora – Naziseebad und Sperrgebiet in der RBB-Reihe Geheimnisvolle Orte (2012).cite-ref-46[46] Im Jahr 2014 wurden im Außenbereich der Jugendherberge zwei sogenannte „Zeitsplitter“ aus der Geschichte der Bausoldaten der Öffentlichkeit zugĂ€nglich gemacht, darunter eine durch Denk-MAL-Prora gesicherte Arrestzelle.cite-ref-47[47]cite-ref-48[48] Im Jahr 2016 reichte die Initiative unter anderem bei der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern eine Online-Petition mit bis dahin mehr als 15.000 Unterzeichnern ein, die sich fĂŒr den Erhalt des historisch gewachsenen Antlitzes von Block V aussprachen.cite-ref-49[49]cite-ref-50[50] Nachdem die Landesregierung die zusĂ€tzliche Aufnahme von Inneneinrichtungen aus der Kasernennutzungszeit des Blocks in die Denkmalliste (aufgrund eines frĂŒheren Antrags der Initiative) bestĂ€tigt hatte, wurde aufgrund dieser Petition ein „ErgĂ€nzungsantrag“ mit Bezug auf den Erhalt des Ă€ußeren Erscheinungsbildes des Blocks (graubrauner Rauputz) eingereicht.cite-ref-51[51]

Sandskulpturen

Seit 2010 zieht eine jĂ€hrlich wechselnde Sandskulpturen-Ausstellung alljĂ€hrlich mehrere Tausend Besucher an. 2024 war „RĂŒgen - und ein bisschen Meer“ das Thema der von zahlreichen namhaften KĂŒnstlern (darunter Welt- und Europameister) gestalteten Exposition. Zudem war eine Sonderausstellung dem 250. Geburtstag des bedeutenden romantischen Malers Caspar David Friedrich gewidmet. Der in Greifswald geborene Friedrich verbrachte einen großen Teil seines Lebens auf der Insel RĂŒgen. - Das Thema der 16. Sandskulpturen-Ausstellung, die am 1. Februar 2025 eröffnet wurde, lautet "Mythen, Sagen und Legenden".

Sonstiges

‱ Die Nationalsozialisten stĂŒtzten sich auf Ideen aus der Zeit der Weimarer Republik, vergleichbar dem Autobahnbau, der ebenso propagandistisch ausgeschlachtet wurde. Durch die EinfĂŒhrung eines bezahlten Urlaubsanspruchs in den 1920er Jahren wurde ein Tourismus der arbeitenden Bevölkerung ĂŒberhaupt erst möglich. Die Planungen aus den 1920er Jahren bezogen auch den RĂŒgendamm ein, mit dessen Bau 1931 begonnen wurde und der die logistischen Voraussetzungen dafĂŒr schuf, 20.000 Urlauber gleichzeitig an- und abreisen zu lassen.
‱ Der Name Prora ist entgegen der weitverbreiteten Ansicht kein Akronym wie beispielsweise Napola, sondern der Name der umgebenden Landschaft und Namensgeber fĂŒr die Prorer Wiek.
‱ Obwohl es sich bei Prora um eines der Vorzeigeprojekte der Organisation KdF handelte, kam Hitler nie auf die Baustelle. Hingegen kam der erste und einzige PrĂ€sident der DDR, Wilhelm Pieck, im Zuge der Wiederaufmauerung der Blöcke nach Prora, um den bis zu 19.000 ArbeitskrĂ€ften zu danken. 1990 wurde die spĂ€tere Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Kaserne Prora als Direktkandidatin fĂŒr den Deutschen Bundestag nominiert.cite-ref-52[52]
‱ Der Grundstein von Prora ist verschollen. Er mĂŒsste laut alten Fotos und Berichten in der Gegend der Kaianlagen liegen. Die OriginalplĂ€ne gingen in den Wirren des Kriegsendes verloren.
‱ Am nördlichen Ende der Anlage stehen die eingezĂ€unten Ruinen von zwei Blocks: Von dem vorletzten Block ist nur noch der Torso einer geplanten Liegehalle vorhanden, der (nach Ausbau des Kerns der Anlage zur Großkaserne) von der NVA als Werkstatt genutzt wurde. Vom letzten Block sind infolge von Sprengungen und SprengĂŒbungen durch die Sowjetarmee nur noch sechs Segmente erhalten, die spĂ€ter den NVA-FallschirmjĂ€gern als ÜbungsgelĂ€nde dienten. Komplett gesprengt und abgetragen wurde nur der sĂŒdlichste Block, der im Gegensatz zum Rest der BettenhĂ€user nie seine geplante Stockwerkszahl erreicht hatte.
‱ Das GerĂŒcht, dass sich die Anlage nicht sprengen und beseitigen ließe, hielt sich sowohl in der DDR als auch in der wiedervereinigten Bundesrepublik Deutschland. Widerlegt wurde es sowohl von den Sprengungen um 1948 als auch vom kompletten Abriss der Speise- und FestsĂ€le des unter hohen MilitĂ€rs im In- und Ausland bekannt gewesenen NVA-Erholungsheims (heute sog. Block I) im Jahr 2014. Die beiden Abschnitte wurden als „Liegehallen“ (entsprechend einstigen Planungen) inzwischen neu eingefĂŒgt.
‱ Prora wurde im zweiten Vierjahresplan der Nationalsozialisten ausdrĂŒcklich erwĂ€hnt und hatte damit höchste PrioritĂ€t bei der Zuteilung der Mittel. Göring persönlich war fĂŒr den Vierjahresplan verantwortlich. Dies wird verstĂ€ndlich, wenn man berĂŒcksichtigt, dass Prora im Kriegsfall als Lazarett dienen sollte. Die Restauranttrakte, die sich in Richtung See erstrecken sollten, hĂ€tten sich zum Beispiel als OperationssĂ€le herrichten lassen. Die Planungen sahen angeblich notwendige Installationen vor. Die Betten der Hotelzimmer waren Krankenhausstandardbetten, die AufzĂŒge sollten zwei Krankenhausbetten gleichzeitig fassen. Allerdings spricht gegen eine lĂ€ngere Kriegsnutzung das Fehlen von Luftschutzkellern und -bunkern.
‱ GerĂŒchte ĂŒber eine im Prorakomplex existierende U-Boot-Durchfahrt unter der Insel hindurch wurden vor 1989 systematisch verbreitet. Diese GerĂŒchte sind vor dem Hintergrund des Projektes RĂŒgenhafen zu verstehen. Es sei geplant worden, U-Boote durch eine Schleuse vor der KĂŒste in die Durchfahrt einlaufen zu lassen. Dieses „politisch nĂŒtzliche“ GerĂŒcht diente der NVA unter anderem dazu, die militĂ€rische Nachkriegsnutzung zu legitimieren, da anderenfalls der FDGB NutzungsansprĂŒche hĂ€tte geltend machen können.cite-ref-rostock-53-0[53] Durch das Fehlen der OriginalplĂ€ne und die Tatsache, dass einige Kelleranlagen durch Überflutung unzugĂ€nglich sind, wurden diese und vergleichbare Theorien gefördert. Gegen eine Nutzung durch U-Boote spricht jedoch der sehr große Flachwasserbereich vor dem Strand, der in etwa 500 Metern Entfernung vom Ufer eine Wassertiefe von weniger als 2 Metern aufweist,cite-ref-rostock-53-1[53] sowie die starke Versandung der OstseekĂŒste, die anhand von Luftbildaufnahmen nachzuvollziehen ist.
‱ Zur Erschließung des Seebads wurde die Bahnstrecke Lietzow–Binz gebaut, die im Mai 1939 eröffnet wurde. An der Strecke entstand der Bahnhof KdF-Seebad RĂŒgen, der heutige Bahnhof Proracite-ref-54[54]. FĂŒr Reparationsleistungen wurden die Gleise nach dem Krieg abgebaut und 1952 neu verlegt. Auch das BahnhofshĂ€uschen Prora ist ein Nachkriegsbau. 1987–1989 wurde die Strecke elektrifiziert. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging außerdem im SĂŒdosten des Komplexes der Haltepunkt Prora Ostcite-ref-55[55] in Betrieb.
‱ Der Bau einer U-Bahn zur Erschließung der weitlĂ€ufigen Anlage wurde 1936 von Robert Ley erwĂ€hnt, jedoch finden sich keine Hinweise auf eine tatsĂ€chliche Projektierung. Die Kellergeschosse sind fĂŒr den Betrieb einer U-Bahn ungeeignet, spĂ€tere Planungen gingen von einem Omnibusverkehr innerhalb des Seebades aus.cite-ref-56[56]
‱ Prora darf sich offiziell Erholungsort nennen und Abgaben wie beispielsweise Kurtaxe und Fremdenverkehrsabgaben erhebencite-ref-57[57]

Literatur

‱ Hartmut E. Arras: Entwicklungskonzept Prora fĂŒr RĂŒgen [Bedarfs- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung]. Hrsg. S.T.E.R.N. Gesellschaft der Behutsamen Stadterneuerung. Berlin 1997.
‱ Gabi Dolff-BonekĂ€mper: Das KdF-Bad Prora auf RĂŒgen. Und: Ein Versuch ĂŒber Architektur und Moral. In: Annette Tietenberg (Hrsg.): Das Kunstwerk als Geschichtsdokument. Festschrift fĂŒr Hans-Ernst Mittig. Klinkhardt & Biermann, MĂŒnchen 1999, ISBN 3-7814-0419-6, S. 144–157.
‱ Martin Kaule: Prora. Geschichte und Gegenwart des „KdF-Seebads RĂŒgen“. Ch. Links Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-86153-767-0.
‱ Bernfried Lichtnau: Prora – Das erste KdF-Bad Deutschlands: Prora auf RĂŒgen. Das unvollendete Projekt des 1. KdF-Seebades in Deutschland. 3., akt. Auflage. Greifswald 1995, ISBN 3-930066-33-5.
‱ Hendrik Liersch: Ein freiwilliger Besuch – als Bausoldat in Prora. 2. Auflage. Verlag amBATion / Randlage 2003, ISBN 3-928357-06-9.
‱ JĂŒrgen Rostock, Franz Zadniček: Paradiesruinen – Das KdF-Seebad der Zwanzigtausend auf RĂŒgen. Ch. Links Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-86153-414-3.
‱ Hasso Spode: Ein Seebad fĂŒr zwanzigtausend Volksgenossen. Zur Grammatik und Geschichte des fordistischen Urlaubs. In: Peter J. Brenner (Hrsg.): Reisekultur in Deutschland. Von der Weimarer Republik zum „Dritten Reich“. Max-Niemeier-Verlag, TĂŒbingen 1997, ISBN 3-484-10764-2.
‱ Hasso Spode, Albrecht Steinecke: Die NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“. In: Zur Sonne, zur Freiheit! BeitrĂ€ge zur Tourismusgeschichte. Verlag fĂŒr UniversitĂ€re Kommunikation, Berlin 1991, ISBN 3-928077-10-4.
‱ Hasso Spode: Fordism, Mass Tourism and the Third Reich: the Strength through Joy Seaside Resort as an Index Fossil. In: Journal of Social History. 38, 2004, S. 127–155.
‱ Joachim Wernicke, Uwe Schwartz: Der Koloss von Prora auf RĂŒgen – gestern – heute – morgen. 3., erweiterte u. aktualisierte Auflage. Langewiesche, Prora / Königstein im Taunus. 2015, ISBN 978-3-7845-4903-3.
‱ Rainer Wilkens: Gebaute Utopie der Macht. Das Beispiel Prora. In: Romana Schneider, Wilfried Wang (Hrsg.): Moderne Architektur in Deutschland 1900 bis 2000. Ausstellung Macht und Monument. (Frankfurt am Main: Deutsches Architekturmuseum 24. Januar – 5. April 1998). Hatje, Ostfildern-Ruit 1998, ISBN 3-7757-0713-1, S. 117 ff.
‱ Stefan Wolter: Prora – Inmitten der Geschichte. Band I: Der sĂŒdliche Koloss und die Erinnerungskultur. Norderstedt 2015, ISBN 978-3-7386-3237-8.
‱ Stefan Wolter: Prora – Inmitten der Geschichte. Band II: Der nördliche Koloss mit Jugendherberge. Norderstedt 2015, ISBN 978-3-7386-2981-1.
‱ Matthias Stark: Niemandsland Prora (Roman). Norderstedt 2018, ISBN 978-3-7460-3799-8.
‱ Stefan Stadtherr Wolter: Kolossales am SĂŒdstrand. Glanz voller Geheimnisse. Norderstedt 2019, ISBN 978-3-7504-0135-8.

Siehe auch
Weblinks

Commons

: Prora

– Sammlung von Bildern

‱ Literatur von und ĂŒber Prora im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Dokumentarfilm ĂŒber Prora (INSIDE PRORA)
‱ Literatur ĂŒber Prora in der Landesbibliographie MV
‱ Dokumentationszentrum Prora
‱ PRORA-ZENTRUM Bildung-Dokumentation-Forschung
‱ Denk-MAL-Prora Virtuelles Museum zur DDR-Geschichte
‱ Jugendherberge Prora
‱ Bausoldaten in Prora
‱ PortrĂ€t: Hitlers Seebad Prora. Website des BR Planet Wissen (mit ausfĂŒhrlicher Darstellung der Anlage in mehreren Teilen)
‱ Hasso Spode: The „Seaside Resort of the 20000“: Fordism, Mass Tourism and the Third Reich (Vortrag beim XIII Economic History Congress 2002 in Buenos Aires, englisch, PDF, 161 KiB) (Memento vom 18. Mai 2014 im Internet Archive)
‱ Dokumentation ĂŒber das Seebad Prora (Memento vom 30. Juni 2013 im Webarchiv archive.today)
‱ Bilderserie Prora auf LostAreas.de
‱ Bilderserie Prora auf stowarzyszeniebastion.com
‱ 360°-Rundblick vom Dach
‱ KDF Seebad Prora - Modellanlage auf YouTube.com
‱ Sandskulpturen-Ausstellung

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ RĂŒdiger Wenzke: Die Nationale Volksarmee (NVA) und ihre gesellschaftliche und politische Bedeutung. Learning for history, S. 4, abgerufen am 10. September 2020.
cite-note-0-22. ↑ Stefan Wolter: Auferstanden aus KdF-Ruinen. Der „stalinistische Kasernengroßbau“ Prora und seine heutige Rezeption. In: Landesamt fĂŒr Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Alles Platte? Architektur im Norden der DDR als kulturelles Erbe. Crl. Links-Verlag Berlin, 2018, S. 156–172, hier S. 156
cite-note-33. ↑ Frank Pubantz, Alexander Loew: SeebrĂŒcke, Yachthafen, Hotels: Prora soll Super-Seebad werden. In: Ostsee-Zeitung online. 2. April 2016, abgerufen am 16. April 2017.
cite-note-44. ↑ Gerit Herold: "Sind an Erinnerungskultur in Prora gescheitert" (Interview, Ostseezeitung, 1. Oktober 2010 (PDF-Datei, eingelesenes Bilddokument), zitiert bei proraer-bausoldaten, abgerufen am 14. September 2020).
cite-note-55. ↑ Matthias Stark, Niemandsland Prora, 2018, S. 154 ff.
cite-note-66. ↑ Gerit Herold: Schmerzliche Erinnerungen an Prora Ostseezeitung vom 29. April 2011.
cite-note-77. ↑ Anke LĂŒbbert: Die zweite Geschichte von Prora. Ein Bildungszentrum und ehemalige Bausoldaten kĂ€mpfen dafĂŒr, dass auch die DDR-Vergangenheit des Ortes nicht in die Vergessenheit gerĂ€t.Kirchenzeitung vom 7. August 2011
cite-note-88. ↑ Ferienanlage auf RĂŒgen wird zum Erholungsort ernannt (Memento vom 12. September 2018 im Internet Archive), In: Focus online. 16. Juli 2018, abgerufen am 12. August 2018.
cite-note-99. ↑ JĂŒrgen Rostock, Franz Zadnicek: Paradiesruinen. Ch. Links Verlag, S. 60.
cite-note-1010. ↑ Wolfgang Buddrus (Hrsg.): Frohe Ferientage fĂŒr alle Kinder: Ferienlager in der DDR. 2015, ISBN 978-3-7347-9126-0, S. 63 f.
cite-note-1111. ↑ Gritt Brosowski: Die Nationalsozialistische Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ und das erste „KdF“-Seebad Prora auf RĂŒgen. In: Fundus – Forum fĂŒr Geschichte und ihre Quellen . 4/1999, S. 291. (online)
cite-note-1212. ↑ Stefan Wolter, Prora-Inmitten der Geschichte, 2015, S. 151.
cite-note-1313. ↑ Stefan Wolter, Prora-Inmitten der Geschichte, 2015, S. 103 f.
cite-note-wolter-2014-08-10-1414. ↑ Stefan Wolter: Auf RĂŒgen wird das Monster am Meer saniert. In: tagesspiegel.de. 10. August 2014, abgerufen am 26. April 2018.
cite-note-1515. ↑ Dirk Handorf: Schreiben aus dem Landesamt fĂŒr Kultur und Denkmalpflege. In: Denk Mal Prora. 4. Mai 2017, abgerufen am 26. April 2018.
cite-note-1616. ↑ Johannes Schweikle: Großer Klotz und kleines Karo. In: Die Zeit. 47/2007.
cite-note-ndr-113-1717. ↑ Ndr: Prora – Der „Koloss von RĂŒgen“. In: ndr.de. 2. Januar 2018, abgerufen am 21. November 2018.
cite-note-1818. ↑ Stefan Wolter: Nie wieder RĂŒgen. In: Zeit Online. 24. Juni 2010.
cite-note-1919. ↑ Was wird aus Mukran? In: Neue Zeit. 19. August 1949, S. 4.
cite-note-2020. ↑ proraer-bausoldaten.de
cite-note-2121. ↑ Maik Trettin: Deutsch-polnische Begegnungen auch ganz privat. In: Ostsee-Zeitung. 24. April 2009.
cite-note-2222. ↑ Beirat auf der Website des Dokumentationszentrums Prora.
cite-note-2323. ↑ PresseerklĂ€rung. In: denk-mal-prora.de.
cite-note-2424. ↑ Stefan Wolter: Asche aufs Haupt! Vom Kampf gegen das kollektive VerdrĂ€ngen der DDR-Geschichte von Prora auf RĂŒgen. 2012, abrufbar unter: http://www.denk-mal-prora.de/AscheaufsHaupt2012.pdf S. 115 ff.
cite-note-2525. ↑ PresseerklĂ€rung zur Preisverleihung an Prora-Zentrum
cite-note-2626. ↑ Block 5 von Prora soll verkauft werden. Abgerufen am 17. April 2017.
cite-note-2727. ↑ Prora-Zentrum auf RĂŒgen meldet Insolvenz an. In: NDR. 2. April 2024, abgerufen am 2. April 2024.
cite-note-2828. ↑ Leipziger Volkszeitung: Sohn des Arbeiterlied-SĂ€ngers Ernst Busch baut Prora in Wohnanlage um In: Leipziger Volkszeitung, 2010
cite-note-2929. ↑ Prora-Block fĂŒr 2,75 Millionen Euro versteigert. In: Ostsee-Zeitung online. 31. MĂ€rz 2012, abgerufen am 31. MĂ€rz 2012.
cite-note-3030. ↑ Prora auf RĂŒgen: Das entnazifizierte Betonmonster. In: Der Spiegel. 15. Mai 2007.
cite-note-3131. ↑ Internationaler Jugendzeltplatz Prora offiziell eröffnet. (Memento vom 8. Mai 2008 im Internet Archive) In: Der RĂŒganer. 26. September 2007.
cite-note-3232. ↑ Jugendherberge in Nazi-Bau in Prora eröffnet. NDR, 4. Juli 2011.
cite-note-3333. ↑ Nazi-Ferienanlage Prora ist komplett verkauft. In: Welt Online. 3. November 2011, abgerufen am 22. Dezember 2011.
cite-note-3434. ↑ RĂŒgen: Nein zu HochhausplĂ€nen. In: Spiegel Online. 5. September 2016, abgerufen am 4. November 2016.
cite-note-3535. ↑ Prora: BĂŒrger stimmen gegen 104-Meter-Turm. In: ndr.de. 4. September 2016.
cite-note-3636. ↑ Umbau von Prora: Wichtiger Investor ist pleite. In: ostsee-zeitung.de. 6. August 2018, abgerufen am 2. MĂ€rz 2024.
cite-note-3737. ↑ Stefan Wolter: Hinterm Horizont allein – der „Prinz“ von Prora: Erfahrungen eines NVA-Bausoldaten. Projekte Verlag, Halle 2005, ISBN 978-3-938227-96-1.
cite-note-3838. ↑ Erinnerung braucht einen Ort, an den sie sich knĂŒpfen kann. In: Zeitgeschichte regional. 13. Jg., 2009, S. 85–94.
cite-note-zeit-inh-dr2-wolter-pdf-3939. ↑ Stefan Wolter: Prora – vom „doppelten Trauma“ im Kampf ums Erinnern zu den ersten AnsĂ€tzen fĂŒr eine gelingende Wende. In: Zeitgeschichte regional. Mitteilungen aus Mecklenburg-Vorpommern. 2/10 14. Jg., S. 61–69.
cite-note-4040. ↑ Uwe Driest, Lena Roosen: Die Spaten der Bausoldaten sind zurĂŒck Ostseezeitung, 24. November 2010 (PDF-Datei, eingelesenes Bilddokument), zitiert bei proraer-bausoldaten, abgerufen am 14. September 2020.
cite-note-4141. ↑ Antragsschreiben vom 26. Mai 2011 (PDF; 1,0 MB), zitiert bei denk-mal-prora.de
cite-note-4242. ↑ Schreiben des Landesamtes fĂŒr Kultur und Denkmalpflege an die Untere Denkmalschutzbehörde Bergen vom 15. August 2011 (PDF-Datei, eingelesenes Bilddokument), zitiert bei denk-mal-prora.de
cite-note-4343. ↑ Andreas Montag: Das Monsterhaus macht Staat. In: Mitteldeutsche Zeitung. 14. Oktober 2010, abgerufen am 2. Juni 2021.
cite-note-4444. ↑ Andreas Montag: Prora erinnert an Bausoldaten der NVA. In: Mitteldeutsche Zeitung. 23. November 2010, abgerufen am 2. Juni 2021.
cite-note-4545. ↑ Literatur von und ĂŒber Prora im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
cite-note-4646. ↑ Das Geheimnis eines Bausoldaten. Leipziger Volkszeitung, 18./19. August 2012.
cite-note-4747. ↑ Stefan Wolter: Das Monster am Meer. In: Der Tagesspiegel. 8. August 2014.
cite-note-4848. ↑ Gerit Herold: Zeitsplitter beginnen mit Blick in Arrestzelle. In: Ostsee-Zeitung. 23. August 2014.
cite-note-4949. ↑ Online-Petition Prora braucht Kultur, 3. April 2016.
cite-note-5050. ↑ Verkauf von letztem Prora-Block stĂ¶ĂŸt auf Kritik, In: Schweriner Volkszeitung online. 6. April 2016, abgerufen am 12. August 2018.
cite-note-5151. ↑ ErgĂ€nzungsantrag (Memento vom 4. Juni 2016 im Internet Archive) vom 24. Mai 2016 (PDF-Datei), zitiert bei denk-mal-prora.de
cite-note-5252. ↑ Frank Pergande: Wahlkreis 15: Die Hand am Steinbutt. In: FAZ.net. 15. Juli 2009, abgerufen am 2. MĂ€rz 2016.
cite-note-rostock-5353. ↑ JĂŒrgen Rostock, Franz Zadnicek: Paradiesruinen. Ch. Links Verlag, S. 104.
cite-note-5454. ↑ Prora auf bahnhof.de
cite-note-5555. ↑ Prora Ost auf bahnhof.de
cite-note-5656. ↑ JĂŒrgen Rostock, Franz Zadnicek: Paradiesruinen. Ch. Links Verlag, S. 107 ff.
cite-note-5757. ↑ RĂŒgen: Prora ist jetzt offiziell Erholungsort NDR.de, 17. August 2018